36 Fragen zum Verlieben: die komplette Liste nach Arthur Aron
Die 36 Fragen zum Verlieben stammen aus einer psychologischen Studie und sollen zwei Menschen in kurzer Zeit näher zusammenbringen. Entwickelt hat sie der Psychologe Arthur Aron mit seinem Team, berühmt wurden sie Jahrzehnte später durch einen Essay in der New York Times. Hier findest du alle 36 Fragen in der ursprünglichen Reihenfolge, aufgeteilt in drei Sets, die immer persönlicher werden. Dazu erfährst du, was die Studie wirklich gezeigt hat, wie ihr die Fragen am besten stellt und wie du die Liste ausdruckst oder als PDF speicherst. Die Fragen funktionieren beim Kennenlernen genauso wie für Paare, die schon lange zusammen sind.
Woher die 36 Fragen kommen und was die Studie gezeigt hat
1997 veröffentlichten Arthur Aron, Elaine Aron und Kollegen die Studie „The Experimental Generation of Interpersonal Closeness“ in der Fachzeitschrift Personality and Social Psychology Bulletin. Sie wollten herausfinden, ob sich Nähe zwischen Fremden gezielt im Labor erzeugen lässt. Dafür beantworteten Studierende, die sich nicht kannten, paarweise eine Reihe von Fragen, die Schritt für Schritt persönlicher wurden.
Das Ergebnis: Die Paare, die die 36 Fragen durchgingen, fühlten sich danach einander deutlich näher als Paare, die in derselben Zeit nur Smalltalk machten. Gemessen wurde dabei Verbundenheit, nicht Verliebtheit. Die 36 Fragen sind also kein Beweis dafür, dass man sich auf Knopfdruck verlieben kann. Sie zeigen aber, dass Offenheit auf Gegenseitigkeit Nähe schafft.
Bekannt wurden die 36 Fragen zum Verlieben erst 2015, als Mandy Len Catron in der Kolumne „Modern Love“ der New York Times den Essay „To Fall in Love With Anyone, Do This“ veröffentlichte. Sie hatte die Fragen mit einem Bekannten ausprobiert, und die beiden wurden ein Paar. Catron betonte allerdings selbst, dass die Fragen keine Liebe erzwingen, sondern eine Gelegenheit schaffen, sich wirklich kennenzulernen.
So stellt ihr euch die 36 Fragen
Geht die Fragen der Reihe nach durch und wechselt euch ab: Einer liest vor, beide antworten, dann ist die andere Person mit Vorlesen dran. Die Reihenfolge ist wichtig, denn die drei Sets bauen aufeinander auf. Set I ist noch leicht, Set II wird persönlicher, und Set III geht richtig in die Tiefe.
Plant insgesamt etwa 45 Minuten ein, also ungefähr 15 Minuten pro Set. In der Studie bekamen die Paare genau diese Zeit vorgegeben. Wenn ein Set länger dauert, ist das kein Problem, hetzt euch nur nicht durch die letzten Fragen.
Zum Schluss schaut ihr euch vier Minuten lang schweigend in die Augen. Dieser Schritt gehört nicht zum Ablauf der Originalstudie, sondern stammt aus Catrons Essay. Er fühlt sich am Anfang oft seltsam an, ist aber für viele der Moment, der am meisten hängen bleibt.
Tipps für einen guten Abend mit den 36 Fragen
Sucht euch einen ruhigen Ort, an dem euch niemand unterbricht, und legt die Handys weg. Antwortet ehrlich und ausführlicher als sonst, denn die Fragen wirken nur, wenn sich beide öffnen. Hört zu, ohne gleich zu kommentieren oder zu bewerten.
Wenn eine Frage zu nah geht, darf man sie überspringen oder später darauf zurückkommen. Auch als 36 Fragen für Paare, die schon lange zusammen sind, funktioniert die Liste gut. Viele Antworten ändern sich mit den Jahren, deshalb lohnt es sich, die Fragen ab und zu zu wiederholen. Und wer die Liste lieber auf Papier vor sich hat, druckt diese Seite einfach aus.
Set I: die ersten 12 Fragen
- Wenn du die freie Wahl hättest: Wen auf der ganzen Welt würdest du gern zum Abendessen einladen?
- Wärst du gern berühmt? Und wenn ja, auf welche Art?
- Überlegst du dir vor einem Telefonat manchmal, was du sagen willst? Warum?
- Wie sähe für dich ein „perfekter“ Tag aus?
- Wann hast du zuletzt für dich allein gesungen? Und wann für jemand anderen?
- Angenommen, du wirst 90 Jahre alt und kannst in den letzten 60 Jahren entweder den Geist oder den Körper eines 30-Jährigen behalten: Wofür würdest du dich entscheiden?
- Hast du eine geheime Vorahnung, wie du einmal sterben wirst?
- Nenne drei Dinge, die ihr beide anscheinend gemeinsam habt.
- Wofür bist du in deinem Leben am dankbarsten?
- Wenn du etwas daran ändern könntest, wie du aufgewachsen bist, was wäre das?
- Nimm dir vier Minuten Zeit und erzähl deinem Gegenüber deine Lebensgeschichte, so ausführlich wie möglich.
- Wenn du morgen aufwachen und eine beliebige Eigenschaft oder Fähigkeit dazugewonnen haben könntest, welche wäre das?
Noch mehr Fragen für euch zwei
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Set II: Fragen 13 bis 24
- Wenn eine Kristallkugel dir die Wahrheit über dich, dein Leben, die Zukunft oder irgendetwas anderes sagen könnte: Was würdest du wissen wollen?
- Gibt es etwas, wovon du schon lange träumst? Warum hast du es noch nicht getan?
- Was ist die größte Leistung deines Lebens?
- Was schätzt du an einer Freundschaft am meisten?
- Was ist deine kostbarste Erinnerung?
- Was ist deine schlimmste Erinnerung?
- Wenn du wüsstest, dass du in einem Jahr plötzlich sterben würdest: Würdest du etwas an deinem jetzigen Leben ändern? Warum?
- Was bedeutet Freundschaft für dich?
- Welche Rolle spielen Liebe und Zuneigung in deinem Leben?
- Nennt abwechselnd etwas, das ihr für eine positive Eigenschaft eures Gegenübers haltet. Jeder nennt insgesamt fünf Dinge.
- Wie eng und herzlich ist deine Familie? Hast du das Gefühl, dass deine Kindheit glücklicher war als die der meisten anderen?
- Wie stehst du zu deiner Beziehung mit deiner Mutter?
Set III: Fragen 25 bis 36
- Bildet jeder drei wahre Sätze mit „wir“. Zum Beispiel: „Wir sitzen beide in diesem Raum und fühlen uns …“
- Vervollständige diesen Satz: „Ich wünschte, ich hätte jemanden, mit dem ich … teilen könnte.“
- Stell dir vor, du würdest mit deinem Gegenüber eng befreundet sein: Was sollte er oder sie dann unbedingt über dich wissen?
- Sag deinem Gegenüber, was du an ihm oder ihr magst. Sei diesmal sehr ehrlich und sag Dinge, die du jemandem, den du gerade erst kennengelernt hast, vielleicht nicht sagen würdest.
- Erzähl deinem Gegenüber von einem peinlichen Moment in deinem Leben.
- Wann hast du zuletzt vor einem anderen Menschen geweint? Und wann allein?
- Sag deinem Gegenüber etwas, das du jetzt schon an ihm oder ihr magst.
- Gibt es etwas, das zu ernst ist, um darüber Witze zu machen? Wenn ja, was?
- Wenn du heute Abend sterben würdest, ohne vorher noch mit jemandem sprechen zu können: Was würdest du am meisten bereuen, jemandem nicht gesagt zu haben? Warum hast du es bisher nicht gesagt?
- Dein Haus mit allem, was du besitzt, fängt Feuer. Nachdem du deine Liebsten und deine Haustiere in Sicherheit gebracht hast, kannst du noch ein letztes Mal gefahrlos hineinlaufen und einen einzigen Gegenstand retten. Welcher wäre das? Warum?
- Wessen Tod würde dich von allen Menschen in deiner Familie am meisten erschüttern? Warum?
- Erzähl von einem persönlichen Problem und frag dein Gegenüber, wie er oder sie damit umgehen würde. Bitte ihn oder sie außerdem, dir zu spiegeln, wie du dich mit diesem Problem anscheinend fühlst.
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